Die Bedeutung von Puppen für das kindliche Spiel

Puppen sind sowohl für Kleinkinder als auch für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter ein wichtiges Spielzeug.

Genau wie Kuscheltiere oder das „Schnuffeltuch“ dienen Puppen als Übergangsobjekte.

Der Begriff spielt in der Entwicklungspsychologie eine wichtige Rolle.

Kleinkinder beginnen sich langsam von ihrer Mutter lösen.

Dieser Prozess ist genauso wichtig wie schmerzhaft für das Kind und erfolgt automatisch.

Um die Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit zu kompensieren, suchen sich Kleinkinder Ersatzobjekte.

Weiche Puppen sind dafür gut geeignet. Die enge Bindung, die Kinder zu ihrer Puppe aufbauen, hält oft viele Jahre lang an.

 

Rollenspiele mit Puppen

Ältere Kinder ab etwa zwei Jahren beginnen mit Rollenspielen – zunächst alleine, später mit steigender Sprachkompetenz auch mit anderen Kindern gemeinsam.

Dieses „so-tun-als-ob-Spiel“ trägt dazu bei, dass ein Kind sich spielerisch mit der Wirklichkeit auseinandersetzt indem es soziale Rollen verinnerlicht und alltägliche Handlungen einübt.

Die Welt der Erwachsenen dient dem Kind dabei als Inspiration.

Es kocht der Puppe etwas zu essen, tröstet sie und legt sie schlafen.

Damit imitiert das Kind Abläufe, die es selbst erlebt oder bei seinen Eltern gesehen hat.

Das Rollenspiel mit Puppen und Puppenzubehör dient also dem Erlernen von sozialen und emotionalen Kompetenzen, die das Kind braucht, um sich in einer Gesellschaft zurechtzufinden.

Außerdem verarbeitet das Kind im Rollenspiel Erfahrungen, Ängste und Beobachtungen und reflektiert unbewusst seinen Alltag.

Das Spiel verrät daher viel vom Seelenleben eines Kindes.

Manchmal kommunizieren Kinder auch über ihre Puppen und teilen Erwachsenen so indirekt etwas über ihr eigens Gefühlsleben mit.

Aussagen wie „Meine Puppe hat Angst“ sollten Eltern daher unbedingt ernst nehmen und genauer nachfragen.

Das gilt für jedes Rollenspiel, denn ein aufmerksames Beobachten des kindlichen Spiels kann dazu beitragen, Kinder besser zu verstehen und ihre Bedürfnisse zu erkennen.

Für das Kind ist das Spiel allerdings Selbstzweck.

Jedes altersgerecht entwickelte Kind fängt irgendwann zu spielen an, wenn es sich wohl fühlt.

Das hilft ihm, Gelerntes zu festigen und Ordnung in seine Welt zu bringen.

Rollenspiele sind für Mädchen und Jungen gleichermaßen wichtig – diesbezüglich sind sich Pädagogen einig. Daher sollten auch Jungen zumindest die Möglichkeit haben, sich mit Puppen zu beschäftigen, denn auch sie müssen sich mit Rollenbildern auseinandersetzen und Emotionen regulieren.

 

 

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